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Das Koralpengebiet weist eine Reihe von Hochmooren auf. Das interessanteste
Moor ist das in 1300 Meter Seehöhe gelegene Hochmoor
von Garanas ob Schwanberg. Während die Moore die Eigenschaft
besitzen, sich in Senken und Mulden zu bilden, wuchs das Garanaser
Moor auf einer sanften Hügelkuppe, weshalb es auch Hochmoor
genannt wird. Das dichte Geflecht der Wurzeln ließ das
aufgenommene Wasser nicht abrinnen und bildete so den Grundstock
zum Keimen von Samen, die der Bergwind in das stetig wachsende Moor
trug. So wuchs das Garanaser Moor in 6000 Jahren zu einer beachtlichen
Stärke von sechs Metern an. Je tiefer man in die Moorschicht
eindringt, um so dunkler ist die Masse, die den Grundstoff für
das Moorbad im Kloster Schwanberg bildet.
Seit Jahrhunderten kennt der Mensch die heilbringenden Kräuter,
die ihm die Natur in überreichem Maße beschert. Noch
bevor die Medizin ihren Siegeszug antrat, waren Heilkräuter
und verschiedene Erden die Mittel, mit denen sich der Mensch gegen
Leiden schützte. In den Mooren sammelte sich in tausenden
Jahren Heilkräuter, Samen, Pollen und Blüten, frei von
Bakterien, die im verfilzten feinen Wurzelwerk keine Lebensbedingungen
vorfinden.
Hochmoore sind durch einen mooreigenen Grundwasserkörper
gekennzeichnet, der ausschließlich von Regenwasser gespeist
wird und unabhängig vom Grundwasser der Umgebung ist. Die Entwicklung
eines Hochmoores ist an das Vorhandensein bestimmter Torfmoosarten
gebunden, die über den Spiegel des Mineralbodenwassers hinauswachsen
und mit ihrer Wasserhaltekapazität einen eigenen Grundwasserkörper
aufbauen können. Die Zellwände der Torfmoose sind hochaktive
Kationenaustauscher, was sie befähigt, vom Regen eingebrachte
Mineralstoffe im Austausch gegen Wasserstoffionen zu absorbieren.
Dies führt zu einer Ansäuerung, die einen charakteristischen
Standortsfaktor für Hochmoore darstellt. Nur wenige Arten können
unter den oligotrophsauren Hochmoorbedingungen wachsen, daher
ist die Vegetation dieses Standortes weltweit einzigartig.
Die Klimabedingungen, die großräumig eine Hochmoorentwicklung
ermöglichten, waren die des Atlantikums. In dieser Phase des
Postglazials, die je nach geographischer Lage acht bis fünftausend
Jahre vor heute lag, begann weltweit das Hochmoorwachstum. Hochmoore
sind also Ökosysteme, deren Entwicklung von paläoklimatischen
Bedingungen bestimmt wurde, die in der Gegenwart nicht mehr anzutreffen
sind.
Die bundesstaatliche Anstalt für experimentell-Pharmakologische
und Balneologische Untersuchungen in Wien stellte in einem Gutachten
fest, daß die Beschaffenheit des Heilpeloids von Garanas
über dem üblichen Durchschnitt liegt. Das Sedimentvolumen
des Moores von Garanas wird mit 31,4 ml beziffert. Der normale
Durchschnitt beträgt 10 - 23 ml!! Gleichzeitig wurde im
Gutachten das Hochmoor mit einer hervorragenden Wasserkapazität
und sehr guten thermophysikalischen Eigenschaften charakterisiert.
Eine Moorbadekur bedeutet für den Körper gründliche
Entgiftung und Entschlackung. Durch die Poren der Haut dringen
die natürlichen Heilstoffe des Moores in den Körper
und entfalten dort ihre heilsame Wirkung. Der gesamte Organismus
wird umgestimmt, die eigenen natürlichen Abwehrkräfte
werden mobilisiert. Stoffwechselgifte, die der Körper angesammelt
hat, werden schneller ausgeschieden.
Behandelt werden mit Moorbreibädern und Moorpackungen
subakut und chronische rheumatische Erkrankungen
der Gelenke, Muskeln, Bänder, Sehnen und Nerven, Arthrosen,
Spondylosen, chronische und entzündliche Frauenkrankheiten,
primäre und sekundäre Sterilität, Lokalbehandlungen
von Entzündungsresten nicht tuberkuloser Art der Gelenke, des
Brust- und Bauchraumes; Prostata-Erkrankungen, Nachbehandlungen
von Verletzungs- und Operationsfolgen (Narbenkosmetik). Mit verdünnten
Moorbädern werden nicht ansteckende Hauterkrankungen und bestimmte
Frauenleiden behandelt.
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